Im Wandel der Zeiten

Im Spätsommer 2022 wurde sichtbar das es den Fichtenbäume  schlecht ging, und in den darauf folgenden Monaten wurde klar das die Fichten sterben werden. Nur wenige Menschen konnten dies erkennen, während die meisten,  bis zum Jänner 2023 nur Teilaspekte dieser Situation- wenn überhaupt- wahrnehmen konnten.

Da kommt eine Situation auf uns zu, die wir in einen solchen Ausmaß nicht kennen.

Wohin und worauf richtet sich  die Aufmerksamkeit der Menschen , wenn sie das Naheliegende nicht mehr sehen können. Bei dieser Frage lande ich zwangsläufig bei der Traumatherapie und direkt bei der inneren Spaltung des Menschen.

Sucht ein Mensch, nach dem was in ihm selber sein sollte im Außen, dann ist er von sich selber und von anderen getrennt.

Traumatisierende Erfahrungen gibt es viele und sie wirken über Generationen in und durch uns weiter. 

Existenztrauma: Das Hauptgefühl bei einem Existenztrauma ist die Todesangst. Kriege, Unfälle, Naturkatastrophen können ein solches Trauma auslösen. Der traumatisierte Anteil wird in einen Schockzustand abgespalten. Es existiert nur noch der Überlebensanteil. Dieser kann sich an nichts erinnern und lebt weiter als wäre nicht passiert. Im Unbewussten wirkt jedoch der abgetrennte Anteil ( der dorthin gerutscht ist) weiter. Panikattacken, Sozialphobien, Suizidgedanken sind markante Zeichen seiner Existenz.

Verlusttrauma: Bei einem Verlusttrauma wird ein Mensch den man liebt aus dem Herzen gerissen. Um diesen Schmerz ertragen zu können beginnt die Spaltung. Der frühe Verlust der Mutter ist das größte Trauma eines Menschen. Verlassenheitsangst, Trauer, Wut und Depressionen sind die Folgen.

Bindungstrauma: Ein Bindungstraum kann entstehen wenn sich ein Mensch auf anderer nicht verlassen kann,  zum Beispiel bei Mobbing. Wird ein Kind von seinen Eltern oder von einen Elternteil nicht verstanden weil dieser zu sehr mit sich selber, mit seinen eigenen nicht geheilten Anteilen beschäftigt ist, kann das Urbedürfnis des Kindes nach Bindung traumatisiert werden. Es versucht mit seiner Zuwendung zu anderen, deren Wünsche zu erfüllen damit es ihnen besser geht, und vergisst auf die eigenen Bedürfnisse. So entsteht dann die Co-Abhängigkeit.

Gibt es auch ein kollektives Trauma? Nicht geheilte Erfahrungen aus der Vergangenheit  und damit abgetrennte Anteile in der menschlichen Entwicklungsgeschichte? Gerade die Situation  der Pandemie zeigte ein falsches Prioritätsbewusstsein. Statt den Patienten, Ärzten und Betreuern ausreichend Hilfestellung und Aufmerksamkeit zu geben, ging es an erster Stelle um die Wirtschaft und deren Stärkung. Als das Sozialsystem und die betroffenen Menschen in Not geraten waren, stärkte man die Wirtschaft und deren Betreiber- stärkte man die vermeintlich Starken.

Die biblischen Worte: "Macht euch die Erde untertan" verstehe ich als Aufforderung, mit den Werten unseres Planeten den Einklang zu finden. Im Einklang von Geben und Nehmen. Im Einklang mit der Schöpfung zu sein heißt dann auch: Deren natürliche und gerechte Ordnung anzuerkennen und zu respektieren. Ein Dasein in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft zu verantworten.  Die ERDE wieder als das zu sehen was sie ist. Sie nährt,  trägt und versteht uns auch dann noch, wenn uns Schicksalsschläger, Naturkatastrophen oder Kriege zum um-denken bringen. Dann suchen wir beinahe automatisch nach "Der  nährenden Mutter!" Entfernt  von ihr, sind wir  auf der ruhelosen und endlosen Suche  nach den  verlorenen  Anteilen die wir "GLÜCK" nennen. Wirkliches Glück ist ein sehr hoher Anspruch, den uns die Wirtschaft mit all ihren Bemühungen und Verlockungen doch niemals ersetzen kann!

Interpretiert man die Worte "Macht euch die Erde untertan" falsch, könnte man meinen es wäre uns alles umsonst gegeben, zur freien Verfügung gestellt.  Als ginge es nur um das Nehmen. Noch und noch mehr. Und wann ist es genug?  Genau auf diese Weise sind schon manche Hochkulturen untergegangen.

Udo Jürgens brachte in seinem Lied- Die Krone der Schöpfung- zum Ausdruck, was ein ""Zuviel" bewirken kann. Der Text dieses Liedes:

Der Mensch hat sich die Erde längst untertan gemacht.
Mit Feuer, Schwert und Bombe hat er sie überwacht.
Was kümmert uns die Zukunft, wir beichten im Gebet:
"Verzeih' mir meine Habgier, denn mein ist der Planet!"
Wir predigen die Liebe und führen täglich Krieg.
Wir kämpfen nicht für Ziele, nur für den eigenen Sieg.
Wir sagen nicht mehr "Bitte!", wir schreien nur "Ich will!"
Die halbe Welt verhungert, die halbe Welt hält still!                                                                         
 Atomexplosion - was heißt das schon?
Feuer einbetonieren!
Wir haben den Dreck - in Meeren versteckt! -
Denn was soll schon passieren?
Wir fragen nicht, wir nehmen, wir leben unsere Gier!
Denn nach uns kommt die Sintflut, doch erstmal kommen wir!
Wir nennen uns Krone der Schöpfung,
Die Helden der Evolution.
Das Meisterwerk im Universum
Benimmt sich wie die Inquisition.
Wir tragen Die Krone der Schöpfung
Eher so wie einen Karnevalshut.
Besoffen vom Größenwahn
Fühlt sich die Menschheit - edel und gut -
Und absolut...
Wir haben das Gewissen im Überfluss verloren.
Und wenn man uns erinnert, verschließen wir die Ohren.
Wir leben ohne Gnade und stoßen uns gesund:
Giganten der Verschwendung mit nimmersattem Schlund.
Die Schöpfung ist so wunderbar! -
Aus Finsternis - das erste Licht - der erste Tag.
Himmelszelt und Erde - Land und Meer!
Was sie wollte, das geschah! -
Ein Samenkorn - ein Vogelschwarm
Aus dem Nichts geboren! -
Doch der Mensch - er wollte mehr!
Du und ich, wir wurden wahr -
Weil irgendwann - ein Weg begann -
Der Liebe hieß.
Die eine Chance für jeden -
Die man uns ließ!
Vielleicht bleibt uns noch etwas Zeit
Um zu verstehen - Gemeinsamkeit
Und Bescheidenheit -
Sind der Weg zur Ewigkeit...
Wir nennen uns Krone der Schöpfung,
Die Helden der Evolution.
Das Meisterwerk im Universum
Benimmt sich wie die Inquisition.
Wir tragen Die Krone der Schöpfung
Eher so wie einen Karnevalshut.
Besoffen vom Größenwahn
Fühlt sich die Menschheit - edel und gut -
Und absolut...
Wir stehlen unseren Kindern die Zukunft ihrer Welt.
Warum in Demut leben, die bringt zu wenig Geld!
Wir opfern unsere Wälder dem Gott aus Stahlbeton
Und jeder baut sein eigenes privates Babylon!

Da gibt es noch etwas darüber hinaus. Alte Kulturen aber auch unsere Vorfahren wussten  mehr darüber. Sie hatten ein natürliches Bewusstsein von Raum und Zeit. Legten ihre Lebensabläufe in eine natürliche Ordnung. Mit ihren Zeremonien schafften sie den Raum für Wertschätzung und  Dankbarkeit. Sie teilten ihre Zeit  mit den Gestirnen, lernten vom Zyklus des Mondes und richteten ihre Zeitabläufe  danach aus. Sie wussten das unser Planet Erde  nur ein  Teil von etwas größeren ist und respektierten höhere Gesetze. Diese sind jedoch längst nicht mehr jedem von uns so einfach zugänglich oder verständlich, für den Verstand  schon gar nicht. Es sind Erfahrungswerte aus einer längst vergangenen Zeit, die wir in unserer schnelllebigen Zeit abgelegt oder verloren haben. Sie lassen sich auch nicht so einfach wieder in unser irdisches Wertesystem integrieren. Dort wäre nicht einmal Platz dafür, wäre kein Raum und keine Zeit für sie. Wir könnten  gar nicht mehr damit umgehen. Es heißt ja auch nicht "Macht euch den Himmel untertan." Der wird zur Zeit ohnehin  nicht mit uns kompatibel sein können.

Wer beendet also dieses "Noch  mehr haben wollen?"  Die Hand der Schöpfung, oder die Sprache einer höheren kosmischen Ordnung die uns warnt, den Himmel nicht auf die Erde zu ziehen.

Sehen wir das Sterben der Fichtenbäume nicht nur als eine Klimakatastrophe an. Es wird nicht ausreichen, mit Maßnahmen dieses Geschehen zu beeinflussen- selbst wenn in Teilbereichen möglich. Auch alle möglichen Erklärungen von Ursachen werden nichts ändern. Auch nicht die Suche nach Schuldigen. Erst wenn  wir die Sprache der kosmischen und der irdischen Ordnung wieder verstehen  und in unser Bewusstsein und Leben integrieren können, kann es vielleicht wieder gut werden.   Dann könnten auch unsere verlorenen Seelenteile wieder nach Hause finden.